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›Perspektiven der Moderne‹ - Vortragsreihe des FIW

›Perspektiven der Moderne‹ ist die zentrale wissenschaftliche Vortragsreihe des FIW. Sie orientiert sich an der gemeinsamen Forschungsperspektive des FIW und wird von den verschiedenen Abteilungen organisiert.

Soziologie politischer Systeme der Gegenwart

Bonner Universitätsforum, Heussallee 18-24, Raum 0.109
mittwochs von 18:00 Uhr bis ca. 19:30 Uhr - anschließend Apéro

Plakat Soziologie politischer Regime kleinIm Herbst und Winter 2018/19 stellt die Vortragsreihe des ‚Forum Internationale Wissenschaft‘ sich die Aufgabe, Bausteine für eine systematische Soziologie politischer Systeme der gegenwärtigen Welt zusammenzutragen. Dabei verfolgen wir eine doppelte Interessenrichtung. Einerseits wird es in allen Vorträgen darum gehen, zentrale Begriffe einer politischen Soziologie systematisch zu durchdenken und an historisch-empirischen Beispielen zu prüfen. Zu diesen Leitbegriffen gehören Inklusion und Exklusion als Begriffe, die die radikale Ausweitung der Partizipationsmöglichkeiten in modernen Systemen und zugleich die Bedingungen der Verweigerung einer solchen Partizipation und Zugehörigkeit thematisieren. Zweitens die Frage der Grenze von Politischem und Nichtpolitischem, die dazu führt, dass große Spielräume für autonomes Expertenhandeln und autonome Expertenorganisationen in gegenwärtigen politischen Systemen entstehen.

In der Vortragsreihe wird es auch um Ebenenunterschiede in gegenwärtigen politischen Systemen gehen, d.h. um die Frage, wie verschiedene politische Systeme Entscheidungsprozesse auf lokale, regionale und nationale Ebenen des Entscheidens verteilen und warum sie das tun. Schließlich sind Gesichtspunkte der Responsivität des Politischen für die Vortragsreihe wichtig, d.h. Problemstellungen, für die es darum geht, wie politische Systeme, die einerseits über Inklusion für fast beliebige Einflüsse offen sind, sich außerdem auch noch responsiv zu ihren sozialen Umwelten verhalten, und das heißt, eine eigene Diagnosekompetenz für relevante gesellschaftliche Probleme herausbilden, die sich nicht allein auf Inklusion verlässt. Neben diesen begrifflichen Interessen will die Vortragsreihe in jedem ihrer Beiträge auch die Diversität des Politischen in der gegenwärtigen Welt erkunden und benutzt dafür unter anderem die Leitunterscheidung von Demokratie und Autokratie.

 

Programm

 

 24.10.2018

Autokratien und funktionale Differenzierung: Machtsicherung in personalisierten Herrschaftssystemen

Nicolas Hayoz, Interfaculty Institute for Central and Eastern Europe, University of Freiburg

 21.11.2018

Individuelle und kollektive Inklusion in Demokratien und Autokratien des 21. Jahrhunderts

Rudolf Stichweh, Forum Internationale Wissenschaft, Universität Bonn

19.12.2018

Organizing Sub-National Government: What Does Scandinavia Tell Us?

Lawrence E. Rose, Department of Political Science, University of Oslo

16.01.2019

Political Inclusion and Statelessness: an Exploration of (Non)citizenship

Laura van Waas, Department of European and International Public Law, Tilburg University

30.01.2019

Zur Herrschaft internationaler Gerichte und Möglichkeiten der Politik

Ingo Venzke, Department of International and European Law, Universiteit van Amsterdam

13.02.2019

Political Responsiveness in Democratic Regimes

Laura Morales, Centre d’études européennes et de politique comparée de Sciences Po

 

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  • Die Vorträge des FIW können für das Zertifikat für Internationale Kompetenz (Komponente D2) angerechnet werden. 

 

Vergangene Veranstaltungsreihen

 

Ungleichheit und asymmetrische Abhängigkeiten in der Weltgesellschaft (SoSe 2018)

Bonner Universitätsforum, Heussallee 18-24, Raum 0.109
mittwochs von 18:00 Uhr bis ca. 19:30 Uhr - anschließend Apéro 

Plakat Bild kleinIn jeder Gesellschaft sind die Chancen der Teilhabe an Kommunikation, des Hervorbringens folgenreicher Handlungen und des Zugriffs auf wertvolle Ressourcen unter den Mitgliedern der jeweiligen Gesellschaft ungleich verteilt. Über Jahrtausende war in den stratifizierten Gesellschaften der alten Welt die lebenslange und nicht negierbare Zuweisung der Mitglieder zu durch ungleiche Rechte und Ausstattungen unterschiedenen Schichten, Ständen, Klassen und Kasten die wichtigste Form der Bildung einer sozialen Ordnung. Gesellschaftliche Ordnung und Ungleichheit waren insofern nicht voneinander zu unterscheiden.

An die Stelle dieser alten Ordnung der Ungleichheit hat die Moderne seit dem 18. Jahrhundert globale Funktionssysteme wie u.a. Wirtschaft, Politik, Religion, Wissenschaft, Erziehung und Intimbeziehungen gesetzt. Diese sind im Verhältnis zueinander nicht ungleich, sondern ungleichartig. Und in ihnen haben alle Gesellschaftsmitglieder dem Anspruch nach gleiche Teilnahmerechte, so dass man mit Blick auf die Moderne von einer Gesellschaft der Gleichheit sprechen kann. Parallel aber entstehen aus diesen Teilnahmen und den Erfolgen, die in ihnen auftreten oder ausbleiben, laufend neue Ungleichheiten, die schnell kumulieren und sehr groß werden können.

Diese Dynamiken von Gleichheit und Ungleichheit sind der Gegenstand dieser Vorlesungsreihe. Es kommt dann noch das relationale Moment hinzu, dass in die ungleich verteilten Chancen des Zugangs zu Kommunikationen, Handlungen und Ressourcen oft Abhängigkeiten von anderen Akteuren eingebaut sind, die die Spielräume eines Teilnehmers an Gesellschaft oft weitgehend kontrollieren (Frondienst und Leibeigenschaft sind zugespitzte Fälle von Abhängigkeit). Diese Abhängigkeiten, vor allem, soweit sie einseitige oder asymmetrische Abhängigkeiten sind, sind der zweite Gegenstand dieser Vortragsreihe.

 

02.05.2018

Soziologie Globaler Ungleichheiten

Anja Weiß, Institut für Soziologie, Universität Duisburg-Essen

16.05.2018

Globale Ungleichheiten - eine relationale Perspektive

Manuela Boatcă, Institut für Soziologie, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

20.06.2018

On “Modern Slavery” and the Ambiguities of Debt and Dependency

Julia O‘Connell Davidson, School of Sociology, Politics and International Studies, University of Bristol

27.06.2018

The Multidimensionality of Inequalities in India: Caste, Class, Gender and Territory

Jules Naudet, Centre d'Études de l'Inde et de l'Asie du Sud, Paris

18.07.2018

 

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Grenzen der Religion (WiSe 17/18)

Bonner Universitätsforum, Heussallee 18-24, Raum 0.109
mittwochs von 18:00 Uhr bis ca. 19:30 Uhr - anschließend Apéro 

Grenzen_Religion_MinibildWir beobachten tagtäglich, wie religiöse Gemeinschaften ebenso wie staatliche und zivilgesellschaftliche Akteure um die Grenzen der Religion ringen. Auch wissenschaftliche Religionsexperten mit ihren eigenen Religionsdefinitionen sind an solchen gesellschaftlichen Auseinandersetzungen beteiligt. Die Vortragsreihe fragt nach der Reaktion einer kulturwissenschaftlich und soziologisch orientierten Religionsforschung auf diese Diagnose vielfältiger Grenzarbeiten in und am religiösen Feld. Welche analytischen Perspektiven werden gegenwärtig diskutiert? Welche Phänomene stehen im Mittelpunkt?

Gegenwärtige Veränderungen in der religiösen Landschaft Europas verleihen der Frage nach den Grenzen der Religion neue Aktualität. Zur Debatte stehen bereits seit den Anfängen der wissenschaftlichen Beschäftigung mit religiösen Phänomenen zum Beispiel medizinisch-psychologische Deutungen, die zwischen ‚gesunder‘ und ‚kranker‘ Religion unterscheiden. Die wachsende Bedeutung der Digitalisierung stellt religiöse Gemeinschaften wie wissenschaftliche Beobachter vor neue Herausforderungen. Verhandelt werden religiöse Grenzziehungen besonders auch im Medium des Rechts. Gerungen wird in der gegenwärtigen Weltgesellschaft zugleich um die Vielfalt atheistischer und nichtreligiöser Positionen.

Wer legt also Grenzen der Religion fest? Ist es Aufgabe des Staates, diese zu ziehen? Wie kann zwischen religiöser Seelsorge, psychologischer Betreuung und medizinischer Therapie unterschieden werden? Welche Vielfalt von Lebensentwürfen findet sich jenseits von Religion? Und welche Rolle spielen wissenschaftliche Religionsexperten in der Bearbeitung und Reflexion solcher Grenzstreitigkeiten?

Die Vorträge der Reihe diskutieren anhand von Fallstudien die Bedeutung dieser Fragen für eine global und vergleichend orientierte Religionsforschung.

Programm

29.11.2017

Religion an der Grenze: Zur Rolle der Religionspsychologie in der Geschichte der Religionsforschung

Stephanie Gripentrog, Theologische Fakultät, Ernst-Moritz-Arndt- Universität Greifswald

06.12.2017

Die Bibel im digitalen Zeitalter: Bibelmedien und ihre Grenzen im gegenwärtigen Christentum

Katja Rakow, Department of Philosophy and Religious Studies, Utrecht University

10.01.2018

Grenzarbeiten am religiösen Feld: "Definitionspolitische" Auseinandersetzungen um Religion in Politik und Recht

Astrid Reuter, Centrum für Religion und Moderne, Westfälische Universität Münster

24.01.2018

(Nicht)Religion und Lebensführung im gegenwärtigen Indien

Johannes Quack, Institut für Sozialanthropologie und Empirische Kulturwissenschaften, Universität Zürich

 

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Das Erstarken des Autoritarismus (SoSe 2017)

Bonner Universitätsforum, Heussallee 18-24, Raum 0.109
mittwochs von 18:00 Uhr bis ca. 19:30 Uhr - anschließend Apéro 

Autoritarismus_Minibild

Vor weniger als zwanzig Jahren, nach dem Zusammenbruch des Kommunismus, sahen viele Beobachter einen Siegeszug der liberalen Demokratie voraus. Danach sieht es aber nicht mehr aus.

Wir beobachten das Vordringen eines personalistischen Populismus, die Entstehung präsidentiell-autoritärer Demokratien, nationalistische Regimes mit Exklusion von Teilbevölkerungen, die keine Gleichheit des Status aller Bürger akzeptieren. Welches sind die Formen und Varianten dieses Umbruchs? Was sind die Ursachen, die ihn vorantreiben?

Es gibt eine Krise des Islam, die sich in Kriegen zwischen, in und mit islamischen Staaten manifestiert - und jetzt im globalen Terrorismus. Es gibt eine Ungleichheitskrise des globalen Kapitalismus, der die schützende Folie einer begrenzten inneren Gleichheit, die der Nationalstaat verbürgte, aufgelöst hat. Beides könnten wichtige Ursachen sein. Parallel vollzieht sich der Aufstieg neuer Ideologien - Ethno-Nationalismus (teils mit religiösen Vorzeichen), anti-säkularer Islamismus und nationaler Hinduismus, schließlich Anti-Globalismus - die die Werte definieren, auf die der neue Autoritarismus seinen Herrschaftswillen stützt.

Das Ziel dieses achten Zyklus der Reihe "Perspektiven der Moderne" des FIW ist es, Fallstudien aus diesem Umbruch vorzustellen und mit der Suche nach Erklärungen zu beginnen.

 

26.04.2017

Populismus und Autoritarismus: Der 45. Präsident der Vereinigten Staaten

Rudolf Stichweh, Forum Internationale Wissenschaft (FIW), Universität Bonn

03.05.2017

Die Türkei - Aufstieg eines neo-autoritären Systems

Cengiz Günay, Östereichisches Institut für Internationale Politik (oiip) 

31.05.2017

Typen der Autokratie

Uwe Backes, Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung e.V., Technische Universität Dresden 

21.06.2017

Autoritarismus als Exportprodukt? Zur Rolle von externen Akteuren in der Stabilisierung autoritärer Regimes

Julia Bader, Amsterdam Institute for Social Science Research (AISSR), University of Amsterdam

28.06.2017

Was stabilisiert Autokratien? Ein weltweiter Vergleich

Johannes Gerschewski, Institut für Sozialwissenschaften, Humboldt-Universität zu Berlin 

05.07.2017

Eine Autokratie und ihre Feinde: Das politische System Russlands unter Putin

Evelyn Moser, Forum Internationale Wissenschaft (FIW), Universität Bonn

 

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Religion und Politik (WiSe 2016/2017)

 

Bonner Universitätsforum, Heussallee 18-24, Raum 0.109
mittwochs von 18:00 Uhr bis ca. 19:30 Uhr - anschließend Apéro 

Religion und Politik

Religion und Politik wollen beide Gesellschaftsordnung gestalten und das Handeln der Menschen steuern. In vormodernen Gesellschaften waren diese Ansprüche in der Regel eng verbunden. Im Zuge der Aufklärung hat die Moderne hingegen die Zuständigkeitsgebiete der Religion und der Politik strikter getrennt. Doch auch die moderne Weltgesellschaft liefert zahlreiche Beispiele einer engen Verflechtung zwischen beiden Bereichen, unter anderem in der Form theokratischer Staaten, islamistischer Expansionskriege, populistischer Appelle an religionsbezogene Grundwerte, und religiöser Bewegungen nationaler Selbstbestimmung. Sogar in weitgehend säkularen politischen Ordnungen wie z.B. Frankreich, Russland, oder den USA, versuchen Religion und Politik stets aufeinander einzuwirken und ihre Zusammenhänge zu kontrollieren.

Die fünfte FIW-Vortragsreihe „Perspektiven der Moderne“ widmet sich diesen vielfältigen Interaktionen zwischen Religion und Politik in ausgewählten Regionen der Weltgesellschaft. Die Themen der Vortragsreihe reichen vom hinduistischen Fundamentalismus in der indischen Demokratie bis zur Einwirkung der östlichen orthodoxen Kirchen auf geopolitische Konflikte der Gegenwart. Jeder Fall weist einzigartige Konstellationen auf. Gleichzeitig entstehen allgemeine Fragestellungen, wie z.B. zu den – oft spannungsgeladenen – Verhältnissen zwischen Religion und Demokratie, deren Untersuchung Schlüssel zum Verständnis der heutigen Weltgesellschaft bieten.

26.10.2016

 

 

Die Beziehung von Religion und Politik im gegenwärtigen Iran

Mirjam Künkler, Georg-August-Universität Göttingen

 

02.11.2016

 

 

 

Formen der Entdifferenzierung von Religion und Politik und ihre Wirkung auf die religiöse Mobilisierungsfähigkeit: USA, Russland und Deutschland im Vergleich

Detlef Pollack, Westfälische Wilhelms-Universität Münster

 

23.11.2016

 

 

Islam Integration in Europa: Erfolge und Misserfolge im Schnittfeld von Recht und Politik

Christian Joppke, Universität Bern

 

30.11.2016

 

 

 

 

Religion and Democratic Politics in Contemporary India: the Bharatiya Janata Party-led National Democratic Alliance Government since 2014, Modi and the Religious Minorities

Gurharpal Singh, SOAS (School of Oriental and African Studies), University of London

 

14.12.2016

 

 

Eastern Orthodoxy, Geopolitics and the 2016 Holy and Great Synod

Lucian Leustean, Aston University Birmingham

 

 

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Global Challenges (SoSe 2016)

Bonner Universitätsforum, Heussallee 18-24, Raum 0.109

mittwochs von 18:00 Uhr bis ca. 19:30 Uhr - anschließend Apéro 

Globale gesellschaftliche Herausforderungen sind eine Entdeckung des späten 20. Jahrhunderts. Gesellschaften sind schon immer mit großen und grenzüberschreitenden Problemen konfrontiert gewesen, doch erst seit etwa drei Jahrzehnten stabilisiert sich eine genau dies explizierende Semantik: In den 1980er Jahren beginnt man von „Global Challenges“ zu sprechen; wenig später werden, vor allem im Wissenschaftssystem und in der Wissenschaftspolitik, die „Grand Challenges“ entdeckt; und erst vor kurzem hat die EU beschlossen, die für die europäischen Bürgerinnen und Bürger dringlichsten „Societal Challenges“ zum Kern ihrer Wissenschafts- und Innovationspolitik zu machen. Mit diesen Begriffen ist meist ein Set von Großproblemen markiert, deren Bearbeitung als dringliche Aufgabe der Gesellschaft und ihrer Teilsysteme wahrgenommen wird: Etwa der demographische Wandel, die Energiesicherheit oder die Erderwärmung. Eine besondere Rolle kommt dabei der Wissenschaft zu, die einerseits oft als Entdeckerin dieser Probleme gilt, der andererseits von Seiten der Politik die Arbeit an der Lösung dieser Probleme zugemutet (und zugetraut) wird. Die Vortragsreihe nähert sich den „Global Challenges“ auf zweifache Weise. Zum einen wird reflektiert, wie es überhaupt zum Diskurs über Herausforderungen globalen Maßstabs gekommen ist, und wie diese scheinbar ganz neuartigen Probleme aus historischer Sicht zu beurteilen sind. Zum anderen werden exemplarisch konkrete „Global Challenges“ diskutiert, und zwar sowohl im Blick auf ihre historische Genese wie im Blick auf ihre spezifisch globale Dimension.

 

 

 20.04.2016


 
 
Die Entdeckung der „Grand Challenges“ – Wissenschaftspolitik im 21. Jahrhundert

David Kaldewey, Forum Internationale Wissenschaft, Bonn
 
 27.04.2016

 
 
Globale Herausforderungen – Eine historische Spurensuche

Marc Frey, Universität der Bundeswehr München
 
 11.05.2016



 
Öl und Souveränität. Energiepolitik und Globalitätserfahrung in Westeuropa und den USA in der ersten Ölkrise 1973/74

Rüdiger Graf, Zentrum für zeithistorische Forschung Potsdam
 
 18.05.2016


 
New Perspectives on Corruption and its Enemies in a Globalizing World: Criminalization, Risk and Anticipatory Logics

Hans Krause Hansen, Copenhagen Business School
 
 08.06.2016



 
„Überbevölkerung“ und „Untervölkerung“ – die spiegelbildliche Konstruktion eines globalen Problems im 20. Jahrhundert

Thomas Etzemüller, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
 
 22.06.2016

 
 
Measuring and Governing the World: The Quiet Power of Indicators

Sally Engle Merry, New York University
 
 13.07.2016


                        
Fixing Everything? Historicizing Climate Intervention

James R. Fleming, Colby College Waterville (Maine)

 

 

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Städte der Welt: Komplexität und funktionale Differenzierung (WiSe 2015/16)

Städte der Welt Die Moderne des 19.-21. Jahrhunderts ist durch die Ausdifferenzierung von Funktionssystemen gekennzeichnet, die Themen und Formen der Kommunikation ausgrenzen und in den Systemen nach innen verdichten: die Politik, die Wirtschaft, die Wissenschaft, die Religion, die Kunst. Sie alle sind auch globale Kommunikationssysteme: Weltpolitik, Weltwirtschaft, Weltwissenschaft, Weltreligion und Weltkunst. Zugleich entstehen Megastädte wie London, Peking, Mexico City, São Paulo, Lagos, deren Einwohnerzahlen die der meisten Länder der Welt übersteigen und die in ihrer globalen Bedeutsamkeit die Grenzen der Länder, denen sie politisch zugehören, gewissermaßen neutralisieren oder sprengen.

Die Vortragsreihe spürt den Zusammenhängen zwischen diesen beiden Formen der Strukturbildung in der Weltgesellschaft nach. Welche Bedeutung haben Weltstädte und ihre Verknüpfungen untereinander für die Entstehung und die Durchsetzung funktionaler Differenzierung? Und wie sehr gilt umgekehrt, dass eine Eigenstrukturiertheit und Eigendynamik der dynamischsten und der größten Stadtorganismen der Welt dafür sorgt, dass Städte sich der Kontrolle durch einzelne Funktionssysteme entreißen? Gerade in Weltstädten fällt schließlich auf, dass die Grenzen der Funktionssysteme vielfach invisibel und leicht überschreitbar werden, dass das Geschehen, das sich in den Städten vollzieht, nicht durch Inkommunikabilitäten und Reinheitsgebote eingehegt werden kann, welche die Innenperspektiven der Funktionssysteme manchmal präferieren.

2.12.2015




 
Weltstadt-Netzwerk und Industrie. Die Stadt als Knotenpunkt globaler Produktionsnetzwerke

Prof. Dr. Stefan Krätke (Europa-Universität Viadrina in Frankfurt an der Oder)
 
9.12.2015



 
Islamic Finance and World Cities. Towards a Relational Urban Political Economy of Islamic Finance

Prof. Dr. David Bassens (Vrije Universiteit Brussel)
 
13.1.2016



 
Hauptstadt und Diktatur. Der Umbau von Rom, Moskau und Berlin in der Zwischenkriegszeit

Prof. Dr. Harald Bodenschatz (Technische Universität Berlin)
 
20.1.2016


 
Kunstmetropolen und Biennalen im Globalen Zeitalter

Prof. Dr. Hans Belting (Staatliche Hochschule für Gestaltung Karlsruhe)
 
10.2.2016


 
The City as a Complex System: A Statistical Physicist’s Point of View

Dr. Marc Barthélemy (École des hautes études en sciences sociales, Paris)
 
17.2.2016


 
The ungovernable large metropolis? Governance, politics, democracy

Prof. Dr. Patrick Le Galès (Sciences Po Paris)
 
2.3.2016


 
Universität und Wissenschaft: Die Städte der Welt und die Orte des Wissens

Prof. Dr. Rudolf Stichweh (Forum Internationale Wissenschaft Bonn)
                    

 

Inklusion und Exklusion (Mai bis November 2015)

Inklusion und Exklusion_PlakatSozialwissenschaft und Recht begreifen die Zugehörigkeit zum modernen Staat als Staatsbürgerschaft. Es ist offensichtlich, dass die Teilnahme am Leben der modernen Gesellschaft in vielfacher Hinsicht vom Verfügen über mindestens eine Staatsbürgerschaft abhängt, Staatenlosigkeit demgegenüber einen Ausschluss von vielfältigen Aspekten der Lebensführung erzeugt.

Die moderne Theorie der Inklusion und Exklusion ruht auf der Einsicht, dass sich derartige Vorgänge der Teilnahme und des Ausgeschlossenseins in den vielfältigen Sozialsystemen der Gesellschaft wiederholen. Inklusion meint eine kommunikative Berücksichtigung der einzelnen Person in einem Sozialsystem, Exklusion demgegenüber die von einer Person subjektiv erfahrene oder ihr ausdrücklich mitgeteilte Nichtzugehörigkeit.

Die Strukturen von Sozialsystemen und die Handlungsmöglichkeiten von Personen werden  durch Vorgänge der Inklusion und der Exklusion bestimmt. Das macht den intellektuellen Reiz und die praktische Bedeutung von Theorien der Inklusion und der Exklusion aus. Der Vortragszyklus zum Thema „Inklusion und Exklusion“ im Sommer 2015 will diesen Raum ausmessen.

Die Inklusionen in die Systeme unterscheiden sich weitgehend voneinander: Der Staatsbürger und Empfänger wohlfahrtsstaatlicher Leistungen, der zahlungsfähige Teilnehmer am Wirtschaftsverkehr, der Gläubige, der Patient, das Rechtssubjekt. Die Rollen der Teilnehmer innerhalb desselben Systems differieren: Der berühmte Hochleistungssportler ist für das System zentral, aber auch der lustlose Freizeitjogger ist in das Sportsystem inkludiert wie auch der vom Glauben abgefallene Christ immer noch getauft ist.

Auch die Exklusionen haben eine ähnliche Spannweite. Manchmal wird man nur exkludiert, damit man später wieder inkludiert werden kann. Die Nichtversetzung eines Schülers, die Krankschreibung eines Berufstätigen, aber auch die Strafhaft eines Ulli Hoeneß wird so gedacht. Auf der anderen Seite existieren trügerische Inklusionen in Drogengemeinschaften und Terrorgruppen, die die betreffende Person dem Effekt nach für immer von der Gesellschaft trennen.

 

 

Digitale Gesellschaft (WiSe 14/15)

Digitale Gesellschaft_WS_14-15.jpg Digitale Technologien schreiben sich mit zunehmender Intensität in die soziokulturelle Evolution der Gesellschaft und ihrer Teilbereiche ein; sie initiieren weitere Globalisierungsschübe, indem sie kommunikative Reichweiten und Interdependenzen erhöhen; und sie erzeugen neuartige Anpassungszwänge, denen sie zugleich wieder in der Dynamik ihrer eigenen Entwicklung zu begegnen suchen.

Im Zentrum der Vortragsreihe stehen vier verschiedene Themen- und Fragenkomplexe. Zum ersten richtet sich die Aufmerksamkeit auf die Reorganisation sozialer Kommunikation innerhalb einzelner gesellschaftlicher Teilbereiche. Welche neuen Entscheidungsökonomien und Verteilungslogiken von Kontrolle und Kontrollentzug werden in politischen und wirtschaftlichen Zusammenhängen wirksam? Wie werden Gegenstandsbereiche, Forschungsfelder, Theorie- und Methodenrepertoires durch neue Formen der Datenverarbeitung und durch Simulationsverfahren modifiziert oder allererst konstituiert?

Zum Zweiten wird die Engführung von technischen Prozessen thematisiert, die einzelne gesellschaftliche Teilbereichen auf neue, oftmals rigide Weise aneinander bindet. Welche neuen Funktionalitäten und Risiken sind mit einer Automatisierung von Informationsverarbeitung quer über unterschiedliche Kommunikationsfelder und Lebensbereiche hinweg verbunden (Stichwort: Big Data)? Wie rekonfigurieren sie gesellschaftliche Gesamtensembles wie etwa eine Stadt? Welche sekundären Bedürfnisse einer wiederum technologisch gestützten Entkopplung von Abläufen, Lebens- und Kommunikationsbereichen löst dies aus (Stichwort: Datensicherheit)?

Zum Dritten wird auch der ‚Mensch’ durch digitale Technologien und deren Potential, heterogene Elemente (z.B. physischer, biologischer, psychischer oder kommunikativer Art) informationstechnisch aneinander zu binden, soziotechnisch remodelliert. In welche Gesamtensembles der Informationsverarbeitung wird er eingebettet? Und welche Kulturtechniken entstehen an diesen neuen Schnittstellen?

Zum Vierten schreiben sich all diese Transformationen in die Semantik einer Gesellschaft ein und interagieren mit ihren diskursiven Repertoires, ihren Archiven und Wissensbeständen. Welche Imaginationen und medialen Konstellationen steuern die Operationsweisen digitaler Technologien, ihre Anwendungsszenarien und nicht zuletzt auch ihr Design und ihre Ästhetik?

Die Vorlesungsreihe wird diesen Themenkomplexen nachgehen und Gelegenheit zur ausführlichen Diskussion mit den Vortragenden bieten.

12.11.

 
Digitale Gesellschaft: eine Kultur der Archivierung.
Mikrotechnische Irritationen der Gegenwart
Prof. Dr. Wolfgang Ernst, Humboldt-Universität zu Berlin
26.11.
Interprozesskommunikation – Szenarien für das 21. Jahrhundert
Prof. Dr. Bettina Schlüter, Universität Bonn
03.12.



 

Zukunftststadt. Ein Expertengespräch zur Rolle digitaler Technologien im urbanen Raum
Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft   In Kooperation mit der Bonner Akademie für Forschung und Lehre praktischer Politik (BAPP) und dem Liaison Office Internationale Wissenschaft der Bundesstadt Bonn.
10.12.
Unfolding GIS practices in cities: from geographic governance to citizen surveillance
Prof. Dr. Karin Pfeffer, Universiteit van Amsterdam
14.01.
 

Geteilt, anhänglich, riskant.
Technisches Handeln zwischen Therapie und Selbstgestaltung
Prof. Dr. Karin Harrasser, Kunstuniversität Linz  Ersatztermin in Vorbereitung
21.01.
Die Ökonomisierung der digitalen Gesellschaft.
Transdisziplinäre Herausforderung und Chance für die Medienforschung
Prof. Dr. Stefan Werning, Universiteit Utrecht
28.01.

 

Die Big Data Revolution
Prof. Dr. Mayer-Schönberger, University of Oxford   In Kooperation mit dem Liaison Office Internationale Wissenschaft der Bundesstadt Bonn.
04.02.
Computersimulation als Erkenntnismethode
Prof. Dr. Martin Warnke, Universität Lüneburg
   

 


Die Responsivität der Wissenschaft (SoSe 2014)

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Varianten der Demokratie - Alternativen zu Demokratie? (WiSe13/14)

 

 

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