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08. Februar 2022

Zivile Seenotrettung als Kristallisationspunkt des Streits um Demokratie: Neue Forschungsgruppe der Gerda Henkel Stiftung am FIW Zivile Seenotrettung als Kristallisationspunkt des Streits um Demokratie: Neue Forschungsgruppe

Unter der Leitung von Dr.'in Mareike Gebhardt (Münster) und Dr.'in Lena Laube (FIW) startet im Sommer 2022 ein neues Verbundprojekt in der Abteilung für Demokratieforschung.

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Die Forschungsgruppe "Zivile Seenotrettung als Kristallisationspunkt des Streits um Demokratie" startet im Juli 2022. Sie wird von der Gerda Henkel Stiftung für drei Jahre finanziert und von Dr.'in Mareike Gebhardt (Universität Münster) und Dr.'in Lena Laube (Universität Bonn) geleitet werden. Weitere Projektmitarbeiter*innen werden Maria Ullrich (Universität Bonn) sowie eine Promotionsstipendiat*in sein.

Ausgangspunkt der Forschungsgruppe ist die These des Kristallisationspunktes: In der Praxis und im Diskurs über zivile Seenotrettung (ZSNR) im Mittelmeer kristallisiert sich ein Streit darum, was demokratisch sei. In der Verzahnung soziologischer, politikwissenschaftlicher und demokratietheoretischer Perspektiven rückt das Projekt den europäischen Diskurs um die (zivile) Seenotrettung im Mittelmeer in den analytischen Fokus. Es geht davon aus, dass sich um die Arbeit der Seenotretter*innen herum eine soziale Bewegung formiert, welche ausgehend von dem Anspruch, dass Geflüchtete im Mittelmeer nicht sterben gelassen werden, Kritik an der EU-Grenzpolitik und den Mitgliedstaaten übt. Die zentralen Akteur*innen der ZSNR werden im Streit um die Aufnahme von Geflüchteten in Europa zugleich zur Projektionsfläche autoritärer und anti-migrantischer Positionen. Mit dem Streit um die (zivile) Seenotrettung manifestiert sich daher nicht nur eine Debatte um die konkrete Ausgestaltung der gemeinsamen EU-Migrations- und Asylpolitik, sondern der Zukunft der europäischen Demokratie selbst.

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