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AG 6: Societal (social, cultural, political) impacts

BION_logo_en.png Die Biodiversitätsforschung ist aus nachvollziehbaren Gründen stark von naturwissenschaftlich motivierten Perspektiven und Fragestellungen geprägt. Obgleich soziale und kulturelle Dimensionen niemals gänzlich ausgeklammert werden, erscheint es überaus sinnvoll, mit den durch BION greifbar werdenden Potentialen auch in diesem Bereich eine gemeinsame Expertise zu entwickeln. Diese Arbeitsgruppe wird sich daher dezidiert auf Fragen nach sozialen, politischen und kulturellen Wechselwirkungen von Mensch und Umwelt konzentrieren.

Eine Anregung für die gemeinschaftliche Beschäftigung könnte das inzwischen etablierte Konzept des Anthropozän sein. Dieser von Paul J. Crutzen eingebrachte Begriff beschreibt eine geo(chrono)logische Epoche, in welcher der Mensch und seine Aktivitäten in allen Teilsystemen des Öko- bzw. Erdsystems deutliche Spuren hinterlassen. Interessant ist dabei weniger die damit vorgenommene und längst bekannte Einschreibung des Menschen als zentraler Agent und Verursacher tiefgreifender Veränderungen. Bemerkenswert sind vielmehr die in hohem Maße auch kultur- und sozialwissenschaftlich informierten Beobachtungs- und Reflexionsprozesse, die sich in diesem Umfeld entwickelt haben. Dabei ist der am Essener Kulturwissenschaftlichen Institut (KWI) angesiedelte transdisziplinäre Forschungs-schwerpunkt KlimaKultur ein vielversprechendes Beispiel für die Implementierung kulturwissenschaftlicher Beobachtungsperspektiven.

 

Ziel der Arbeitsgruppe ist die Entwicklung und produktive Integration von

  • Beobachtungen der Biodiversitätsdiskurse in unterschiedlichen Wissenskulturen
  • Analysen zur medialen und politischen Präsenz bzw. Repräsentation von Biodiversitätsthematiken
  • Untersuchungen zu diskursiven Verschiebungen im Hinblick auf Biodiversitäts-, Natur- und Natürlichkeitsdiskurse sowie
  • Studien zu gesellschaftlichen und kulturellen Transformationsprozessen

in den Biodiversitätsdiskurs, um die Einflüsse des Menschen auf die Biodiversitäts-prozesse und vice versa noch besser in den Blick nehmen zu können.

Die Zusammensetzung der BION-Partner legt nahe, dass bereits unterschiedliche Beobachtungen und Einschätzungen vorliegen könnten. Eine Einspeisung und Bündelung wäre daher überaus AG 6: Societal (social, cultural, political) impactsgewinnbringend. Konkrete Themenfelder und Fallstudien – insbesondere für den Kongressbeitrag – werden mit den Beteiligten abgestimmt.

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