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Digital. Mobil. Sozial: Praxis und Visionen der Berichterstattung [Die Welt im Wandel: Real. Digital.]

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Moderatorin Jeanette Seiffert (DW Akademie) eröffnete den Abend und begrüßte unsere Referenten und gut 130 Gäste. 

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Soziale Netzwerke als Nachrichtenquelle, User Conetent, Fake News, Verifizierung und Storytelling waren die zentralen Begriffe während des ersten Vortrags von Julia Bernstorf, stellvertretende Leiterin der Abteilung "Programmentwicklung und Innovation" (Deutsche Welle).

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Wilfried Runde, Leiter des Bereichs "Innovationsprojekte" in der Abteilung "Projekte und Entwicklung" (Deutsche Welle), zeigte verschiedene Beispiele für gelunge Virtual-Reality-Anwendungen und veranschaulichte, warum die Verifizierung von Nachrichten so bedeutsam ist.

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Im Anschluss an die Vorträge, moderierte Jeannette Seiffert eine angeregte Diskussion.

Am 10.01.2017 begrüßten wir Julia Bernstorf und Wilfried Runde von der Deutschen Welle gemeinsam mit gut 130 Gästen im Bonner Universitätsforum.

Rund um die Zukunft der journalistischen Berichtserstattung, um neue Herausforderungen aber auch Möglichkeiten dreht sich der vorletzte Abend. Gerade sozialen Medien wie Facebook und Twitter spielen - so die allgegenwärtige Annahme - dabei eine große Rolle. So berichtete Julia Bernstorf, stellvertretende Leiterin der Abteilung Programmentwicklung und Innovation (Deutsche Welle), wie soziale Netzwerke und User Content als Nachrichtenquellen von Journalisten genutzt werden können. Dabei muss jedoch ein besonderes Augenmerk auf die Verifizierung der jeweiligen Nachricht bzw. Quelle gelegt werden. Dies, so Julia Bernstorf, wird jedoch durch sich rapide verbreitende Fake News und Social Bots erheblich erschwert. Social Bots, computergesteuerte Social Media Accounts, die bestimmte Meinungen vertreten und gefälschte Nachrichten streuen, seien in der heutigen Zeit immer schwerer zu entlarven. Zudem würden sich die Nachrichten unaufhaltbar in den sozialen Medien verbreiten.
„Wir als klassische Medien müssen uns in Verifizierung üben und schulen, aber auch jeder einzelne muss wachsam sein.“ – Julia Bernstorf
Julia Bernstorf hielt so auch das Publikum an, Nachrichten aus den sozialen Medien kritisch zu hinterfragen und gerade auch auf verlinkten Webseiten nach einem Impressum zu suchen.
Im zweiten Teil ihres Vortrages fokussierte sich Julia Bernstorf auf die Art und Weise der journalistischen Berichterstattung. Insbesondere hob sie die Bedeutung des Geschichtenerzählens – oder auch Storytellings – hervor. Journalisten seien die vermittelnde Instanz zwischen den Geschehnissen und den Lesern und seien daher dafür verantwortlich, das Interesse in den einzelnen Personen zu wecken. Die Nachrichten sollten unabhängig und zeitgemäß aufbereitet sein, Emotionen wecken und in der heutigen, schnelllebigen Zeit auch gut zu erfassen sein. Geschichten oder Nachrichten in einem One-Pager-Format, in kurzen Online-Videos oder gar in Form eines Settings in einer Virtual-Reality-Anwendung würden dabei einen interessanten Kontrast zum klassischen Print-Medium oder seitenlangen Online-Artikel darstellen.
„Innovation ist ein einsames Geschäft – man fängt allein an, mit Dingen von denen noch niemand gehört hat“ - Wilfried Runde
Auch Wilfried Runde, Leiter des Bereichs Innovationsprojekte in der Abteilung Projekte und Entwicklung (Deutsche Welle), schloss sich Julia Bernstorfs Ausführungen an. Als Leiter des Bereichs Innovationsprojekte hob er zudem hervor, dass auch bei der Berichterstattung und in der Medienwelt viele Fehlversuche gemacht werden müssen bis neue Projekte und Ideen erfolgreich anlaufen können. Virtual-Reality-Anwendungen haben somit nicht nur das Potential, neue Orte auf der Welt vom heimischen Sofa aus zu erkunden. Auch können Ausnahmesituationen für andere Menschen erfahrbar gemacht werden. Als Beispiel nannte er dafür das BBC-Projekt „We Wait“, welches den Weg einer syrischen Familie von der Türkei nach Griechenland auf einem Schmugglerboot zeigt. Menschen sollten so die Möglichkeit erhalten, sich besser in die Situation von Geflüchteten hineinzuversetzen und so Verständnis und Mitgefühl zu entwickeln. Ein weiteres Projekt ist „6x9“, entwickelt von der britischen Tageszeitung The Guardian, in dem der Anwender erfahren kann, wie es ist in einer amerikanischen Isolationshaftzelle zu leben. Der Vielfältigkeit der Virtual-Reality-Anwendungen sei somit keine Grenzen gesetzt – Geschichten und Nachrichten könnten somit direkt erfahren und erlebt werden.
Fake News haben immer Auswirkungen auf die reale Welt.
Im letzten Drittel seines Vortrages ging auch Wilfried Runde auf die Bedeutung der Verifizierung von Nachrichten ein. An dem Beispiel einer Falschmeldung, die über einen Fake-Account verbreitet wurde, zeigte er, dass selbst die Börsenkurse kurz nach absenden des Tweets eingebrochen sind und sich erst nach einigen Minuten wieder erholen konnten. Gerade in den letzten Zügen der US Wahlen wurden zudem mehr Facebook-Interaktionen mit Falschmeldungen verzeichnet als mit verifizierten Nachrichten. Es sei daher unerlässlich, dass der klassische Journalismus auf dem Weg in innovative Berichterstattung seine Werte und Genauigkeit behält. Zudem erhielten Journalisten durch die verschiedenen Bereiche und Abteilungen der Deutschen Welle besondere Unterstützung bei der Verifizierung von Sachverhalten.
 
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